Unverkäufliche Leseprobe aus:

Theodora Susanne Balika

Frau  und  Mann

Roman

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Die Autorin

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Ich erfuhr von einer vertrauenswürdige Person, sie und andere können bezeugen, dass eine Journalistin mit der ich früher ein freundschatlicher Kontakt pflegte, auzugsweise sich meines Textes bediente.  Ich hoffe dies hört nun auf.

Es ist meine Arbeit und dies ist erkennbar.

Auch ein Paar japanischer Herkunft hatte Zugriff zu meiner Dateien.

Verschiedene Personen die ich bei Wohnungsbesichtigungen Harry,  Erika usw. die diese Blogseite entdeckt haben, möchten sich meine Arbeit anneignen.

Eine Arbeitsvermittlerin von Job Center ebenso.

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Eine Person will mich schon seit lange kompromitieren,  ohne meines Wissens hatte sie ein Photo aus meinen früheren Bewerbungsunterlagen zweckentfremdet und einen sogennanten „Reichsausweis“ erstellen lassen. Da dieses Photo auch auf meinen Personalausweis ist wird nach ein neueres oder älteres gesucht.  Nun werden für die neue Bewebungsunterlagen auch Photos verlangt.

Diese sind zur Zeit  auch nicht mehr auffindbar.

Schlimmer noch: ein älteres Photo das auf meine AOK Karte ist, wurde gesichtet mit dem Handy nachfotografiert?.

Dies bei der selben Behörde,  als ich mich ausweisen sollte.

Ich vermute dass ein“ neuer“ erstellt wird um mich zu kompromitieren.

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Es ist die Liebe die mich trägt.

Ich höre das papierene rascheln der Akazienbäume. Die Bäume umsäumen den Weg, der steigend verläuft. Die Häuser reien sich wie verwurzelt an. Unser Haus wurde in den 30 er in diese bevorzügte Wohnlage  gebaut. Aus dem Fenster betrachtet, das Fenster bildet einen Rahmen, scheint der Österberg ein immer da gewesenes grünes Ei zu sein. Ein kreisender Weg führt zur Spitze. Weit weg von Hecken und Bäume auf der schattenlose Wiese, bunte Kleckse, Menschen mit kleinen oder größeren Beuten an der Leine. Drachen durchschlängeln verspielt ihre Schwänze, machen Pirouetten, sie tanzen auf der Himmelsbühne, lassen sich von Luftstrommungen tragen. Drachen die sich nicht abnabeln konnen.

Ich denke an Almodovars Julieta, und dann an die Mutter die ihr Kind  nicht kennt.  Wie sieht meine Tochter aus, was macht sie gerade, wo ist sie nun. Ich möchte der Enge enkommen, von der Last der Vergangenheit nicht ersticken, von all den  Geheimnissen die schwer und traurig machen…und dann in die Dunkelheit tanzen…und dann…auf eine Reise ins Land der Liebe gehen, heiraten, ein Platz im Leben haben,( Wohlstand und einen gewissen Status in intellektuellen Milieu,) wunderbar zart sein und in atemberaubende Stimmung. Die Liebe feiern. Familie.  Ich denke an all den Leuten wie sie im Haus wohnen, wie unvergleichlich sie sind und glücklich sein können. Aber ein Zufall ist das nicht.

Ich sehe die geschwungene Schrift, ein Stromm aus Empfindungen fliesst. Wasserschrift.  Blätere weiter… Zwischen den Zeilen, Ungesschriebenes, Wörther die in dein Inneren hallten,  hallen.  Stille wird lauter, schreit.

… wie deine Tochter als sie in diese Welt geboren wurde.

…“dein Name könnte Eva sein“, sagtest Du und hattest an die  Kinder  die  durch die empfolenen Spenden an das Geburtenhaus zur Welt kammen, gedacht. 

Unser Tochter Geliebter!  Ich denke  an die Geburt in Schotland. Eine wunderbare Erfahrung deine Geburt Chantal,  auch für mich. Wie du in diese Welt, aus mir,  ein Teil von mir geblieben,  laut, mit den Lauten Raum einnehmend, kammst. Du bist da, schon immer von mir gewünscht, schon immer geliebt.

Du bist gekommen, trägst Bläter an den Schuhen und ein Papierhut aus Porto. Dein Kopft denkt zu viel hattest Du gesagt und volltest kaum angekommen wieder fort.  In Schotland trugst du auch einen Hut. Somit erkannte ich dich vom weiten als du zu unser Verabredungen kammst. Nun spürte ich dein Annähern sich vervolkommern in einen Gefühl der Weite.  Und wir laufen wie damals barfuß aus dem Haus.

Es ist Drachenfest, heute und morgen, und vieleicht auch Sonntag auf dem Österberg.

An Essen und Getränkestände sprechen und gestikulieren Leute. An einen der Stände warten Lena und Marie. Spüre ein anfängliches Hungergefühl. Laufe jedoch unbeirt über plattgetretene Gräser in Richtung des Baumes den wir von weiten sahen. Zielgerade laufen wir. Die Bäume sind ein bisschen wie Menschen sagtest du.  Im Schatten des Baumes blühen Löwenzahnblumen.

Wir liegen zwischen Gräser und den gelben Blumen wie kleine Sonnen.

Wir liegen schweigend da, nur die Gedanken kreisen. Die Gedanken die du vertreiben möchtest. Die Gedanken die sich auflösen sollen. Ich beobachte die Gedanken und auf einmal ist Stille. Nicht die akustische Stille. Der naheliegenden Grasshalm der sich zu einer Brücke biegt,  kracht, für Ameisenohren, wie bei einer atmospherischen Entladung.  Eine Ameise blieb stehen, sie dichtet sich an den Halm an. Nach ein paar Augenblicken setzt sie ihr Weg zum Nest fort. Diese Ameise hat keine Flügel mehr.

Ich frage mich  ob …der letzte Flug der Ameise ihr Hochzeitsflug ist.

Das anfängliche Hungergefühl hatte sich verstärkt. Möchte keinen Imbis, stelle mir Erna vor wie sie in der Küche für uns und den Gästen kocht.  Zwischen Töpfe und Pfanen und die Werbeplakate der 50 er steht sie mit Wickelfrisur und Schürze. Sie bereitet ein Menu vor. Ich wünsche mir das Samstagsmenü der vorherigen Woche den Steinbut mit Koriandergrün, Knoblauch, Weisswein und etwas Tomate, dazu das Rissoto. Der Wein, ein frischer Weiswein mit Aromen von Apfel und Zitronen schmekte mir besonders gut. Erna hatte auch eine Vanille Torte gebacken. Sie kaufte die Vanilie im  Delikatessen Laden um die Ecke.  Auf der Packung blühten weisse Orchideen.  Auf der Mitte des Tisches die Orchideen in kleine Töpfe.

Zwischen den Türen springen die Heinzelmänchen sagte Mischa.

Heute haben Mischa und Harry Murmeln auf der Tischfläche gerollt.  Die Murmeln leuchten bunt. Die  Söhne des Philosofen wohnen bei der Großmutter in Reutlingen. Sie kommen jeden Samstag zu Besuch. Nach einer Zeitperiode in der sie sich für die Dinosaurier interessierten und Dinosauerier-Geschichten sich vorstellten, wenden sie sich nun den Heinzelmännchen zu. Diese kleine Wesen scheinen in ihren Alltag präsent zu sein und überaschend einzuwirken. Sie sind handwerklich begabt und könnten bei den Bau eines Baumhauses hilfreich sein. Denn Harry und Mischa wünschen sich ein Baumhaus.

Die Heinzelmänchen sind  mit  Moos und buschige Haare bedeckt und klein wie  Zwerge, erklärte er Erna damit wenn sie einen begegnet,  ihn auch erkennt. Die meiste Zeit sind sie jedoch unsichtbar.

Das Baumhaus nimmt in seiner  Phantasie immer wieder neue Formen an, bis er sich schliesslich für eine transparente Kuppel entschied.  Somit sieht er den Sternehimmel.  Denn er  möchte Astronom werden.

Die  Phantasiewelt nimmt weiter Gestalt und Erna ist Teil davon.  Harry überlässt Mischa  von Zeit zu Zeit das Weitererzählen.  Sie wechseln sich  ab,  und die Geschichte nimmt überaschnde Wendungen an.

Die Arbeit in der Küche scheint aufgeteilt zu sein. Erna bereitet Pfannkuchen vor. Das Countdoun läuft. Auf einen grossen Teller stappeln sie sich aufeinander.  Während Mischa sich auf einen hauchdünnen Apfelsanddornmarmelade streicht, würzt Harry das Salat in der Glasschüssel mit Salz und Öl und Käse.  Erna brät Seleriescheiben in heissen Rapsöll.  Sie nimmt die Selleriescheiben die goldig schimmern aus der Pfanne. In einer Holzschüssel dampft das Kartofelpürre.

Nun gibt es nichts zu tun. Harry und Mischa kriechen wie Wildkatzen auf den Boden. Sie liegen da Augen in den Augen, Füße an Füße, zusammengekniffen, kugelrund, befriedigt in Schweigen. Sie lokern die Haltung.

Wir kommen an und die Gäste nacheinander. Wir warten bis alle an den Tisch sitzen. Das Essen wird serviert. Wir sitzen an den großen Tisch wie gewohnt.  Nur Schou der Vater,  ist heute mit einen Stuhl nach links gerückt. Er erzählt  mit seiner ernsten Miene dass er eine Arbeitstelle als Parkwächter in Berlin erhielt. Sein Schwager der in Berlin blieb kümmerte sich darum. Das Gepäck ist schon vorbereitet. Sie vereisen diesen Montag.

Die Familie Takashi wird  in der eigenen Wohnung  dass sie vor ein paar Jahren, als die Preise noch erschwinglich waren kauften, und die zwischenzeitlich vermietet wurde, wohnen.  Die Möbilierung beschäftigte Mai eine Weile. Sie mag Tatamis zumindest der Boden in Schlafzimmer wird mit Tatami verlegt. Ein Futon wird  zum schlafen jeden abend aus dem Schrankt geholt und aufgelegt.  So bietet der Raum während des Tages mehr Fläche an. Shou verzichtet auf jedes überflüssige Wort. Er runzelt seine Stirn. Und er glättet seine Haare die ohnehin schon glatt sind mit der  Hand. Als wir beim Cafe angelangt sind, sprach er mein Vorname aus. In welchen Zusammenhang weis ich nicht mehr. Die Atmosphere lockerte sich dadurch. Noch entspanter wurden wir als ich den Kauf  eines  Buches erwähnte.  „Zen und die Kunst den Mond zu entstauben“.  Die Takashi schauen mich an sie freune sich dafür dass ich mich für Zen interessiere.   Frau Takashi strahlt Offenheit und Wärme aus.

Sie haben sich klar gemacht was sie voneinder erwarten. Seine Aufmerksamkeiten sind wie Streicheleinheiten.

Inzwischen halten Lena und Marie jeweils ein Falafel in der Hand.  Ein Hund pinkelt ungeniert auf den Wegrand. Auch Marie hat ein Haustier. Ein Zierfisch. Die Fischdame heisst Augustine.  Die Zeit wird mit Erzählungen über Augustine ausgefühlt. Obwohl es schon kühl ist, trägt Marie eine kurzärmelige Bluse und ein selbstgefärbter Schall.  Ein Mann der vorbei lief näherte sich ihr, nuschelte etwas und lief schnell weiter. Es sei gut das sie den Schall an den Hals truge und nicht auf den Kopf, sagte er. Ein Lied übertönt diese Äuserung.

Du siehst dir meine Bluse auf der Erdbeeren reifen verwundert an und wünscht dir sie zu berühren. Deine Augen glänzen zwischen kantigen  Gesichtszügen.  Als der Wind mit der gebauschte Bluse die Bewegung voraus nimmt, brichst du die gedachte Handlung ab.

Ich begegnete Liebe und wusste wie tief und uneingeschränkt sie sich anfühlt.

Es ist abend geworden. Nur die Wolken gleiten wie Himmelschiffe.  Alle sind im Haus. Die Gäste sind in den  Zimmern, in Salon der Taxifahrer. Der Taxifahrer bewohnt ein Dachapartment, wir ein Teil des Parterres und der ersten Etage, eine  Familie aus Japan mit den Namen Takashi, dereren  Tochter und dessen Freund die zweite. Ein Buchhändler lebt auch in der zweite Etage. Und Rita die schöne.
Im Parterre  ist ein grosses Salon, oder unser erweitertes Wohnzimmer. Und eine Thecke wo die Schlüssel der Gästezimmer aufbewahrt werden. Bei Dunkelheit gleicht das Haus einer Festung. Als ich nachts ankam lief ich zwischen den Pflanzenkübel die vor den Haupteingeng stehen. Freute mich als eine Lampe sich einschaltete.
Das Haus kaufte ich als ich in Frankreich war. Ich erbte neulich ein Vermogen. Über ein Podest und ein Paar Stufen hätte ich auch reingelangen können.                              Auf der  Flurwand, Rimbaud. Das Schiff. Das selbe Gedicht wie in Saint Germain. Ich erinnere mich an die gelbliche Farbe der Mauer, an die Schrift.  An die Freude die ich empfand.  Ich endeckte Paris ohne Reiseführung. Wie wunderbar Places des Vosges  ist, denke an dich und an deinen Freund, an unser Begegnung in den Park, an das Karnavalet wo das Kostümball stattfand.  An die Verzauberung.  An die Lichtbälle und an den mit Kerzen beleuchteten Innenhof.  An den Mann den ich immer wieder antraf. Am Eingang und danach vor eins der Sälle. Ich spürte dich und die gespannte Erwartung. In einer Ecke spielte ein Pierot Flötte. Der Raum hallte von wohltuende Töne, sie rundeten sich in Sätze voller Klarheit und Wärme ab. Ich warte auf dich seit 300 Jahren Geliebter. Nimm mich jetzt. Ich liebe dich so sehr!  Ich frage mich nun ob ich wieder nach Paris kommen kann.

Die Wohnung ist aufgeräumt aber auch überaschend. Bei näheren Betrachten  gab es kein Fragmentarisches oder Vergessenes. Die Gegenstände öfneten sich. Auf einen Hausaltar nahe dem Eingang steht Budha in klarer Gestalt und leiser Innerlichkeit. Im Esszimmer angelangt sah ich unter dem Fenster ein Kräuterbeet. Reihen von Setzlinge ragten auf Holzstäbe empor. Ich lief zum Schlafzimmer.  Solide Möbel in Handarbeit.  Zuerst das weisse Kern des Bettes, Damastwäsche, danach sehe ich eine Glaswase auf den Tisch vor dem Fenster, die Mitte sehr lang und dünn, lichtdurchdrungene Luftblasen schienen zu schweben. Der untere Teil verdichtete sich fast farblos. Sie hat Durst.
Aus dem vordern Fach ihrer Reisetasche nimmt sie eine Mineralwasserflasche. Das Wasser schmeckt salzig wie Tränen. Spuren fliessen zum Kinn. Sie setzt sich auf dem Betrand, spielerische Freude entsteht, ihre Mundwinkel steigen. Sie schaukelt die Beine und legt sie auf der Reisetasche als sei es eine ruhende Beute.

….Ich sah dich an spührte erneut dass wir zusammen gehören. Unser Liebe aus dem früheren Leben verbindet uns, lebt weiter. Mit dir fühle ich mich vollkommen. 

Ich erhielt eine Postkarte von Elias.  Ich würde lieber mit ihn telefonieren. Elias ist Schauspieler,  seine Stimme sehr markant.  Er schrieb dass er inzwischen sensibilisiert für die eigene Wünsche sei und das er dem Leben nichts abgewinnen möchte, sondern sich auf das was sie ihm anbot,  einlassen.

Er bewege sich aus eigener Dynamik in der von Ihm gewünschte Richtung.

Ich mochte es wennn er seine Theather Rollen vortrug, den Klang seiner Stimme, die wie er Wörther betonnte,  die Sprachmelodie die Entstand.  Seine Gefühle kamen verstärkt zum Ausdruck. Vor allem seine Schreie setzten viel Enegie in den Raum frei.

Es war zu unterscheiden zwischen seinen Bewunderungsschrei und seinen Begeisterungsschrei. Sein Bewunderungsschrei war rund wie eine Lichtkugel die Saltos in der Luft machte. Sein Begeisterungsschrei hatte mehr Weite und löste sich langsam auf.

Sein Befreiungsschrei war intimer.  Er löste sich langsamer ab und verblüfte durch den Tumult und die bedeutungsvollen Tonverflechtungen. War rund und hügelig.

Die Zeit mit Elias erscheint mir emotional überladen. Jedoch diese Liebe gab Erna  Zuversicht und Lebenssinn; und sie erlebte es  immer wieder neu.

Paris, Frankreich wurden zum verbotenen Paradis. Ich bin keine muslimin. Das Paradisversprechen ist mir fremd. Gibt es sowas überhaupt in den heiligen Schriften des Korans?  Die Franzosen halten mich in der kolleltiven Hysterie das ausbrach für eine Teroristin. Und da war dieser Polizist der sich profilieren wollte. Ich hörte zu wie er mich meldete.  Ohne einen Grund. Meine Popart geschminkten Augenlieder missfielen ihn. Mich faszinierte das blau. Für mich nur eine Farbe. Es war das blau des Himmels in der Abendstunden, es ist das Blau von Ives Klein.

Und dann noch diesen Zwischenfall, dem ich keine Bedeutung zuschrieb.

Im Sommer fuhr ich nach Barcelona.  Ich fuhr mit den Bus. Der Busfahrer sagte am Microfon“ wir haben eine Teroristin am Bord“.  Ich dachte es sei der blöde Witz eines blöden Busfahrer.  Es folgten nicht ernstzunehmende Kommentare der Reisenden.  Sagte nichts. Fühlte mich nicht angesprochen. Den ganzen Urlaub über, war ich krank.

Als ich zurückkamm,  beschwerte ich mich bei der Reisegesellschaft.

Den Polizisten traf ich noch einmal, ihn und seine Kolegin, kurz nach meiner erneuten Einnreise in Frankreich. Sie waren in einer Toilette des Paillons wo ich mein Gepäck( mit Bilder) abholte als ich nach ca. einer  Stunde vom Einkaufen zurückkam. Sie standen da um den Arbeitsalltag zu entfliehen, und haben das Gepäck nicht gemerkt. Ein abgestelltes Gepäck sollten sie aber. Seine derzeitige Freundin, erzählte mir das er  erneut meldete.  Sie  warteten auf mich, in der Toilette weil sie angeblich das Gepäck gemerkt hätten.

Als wir miteinander sprachen spürte ich das er eine Frau wie mich sich wünschte. Er sah sich mein selbstgestrickter Schall an… Er wünschte sich ein derartiges Geschenk, vieleicht weil die Weichnachtszeit sehr nahe lag.

Erna ist im Salon und poliert das Besteck das Sie aus der Küche mitgenommen hatte.  Inzwischen sind Gäste aus Hamburg angekommen. Der Eingang ist zu dieser Jahreszeit von grüner Beflanzung verdeckt. Die Gesichter glänzen, die Luft ist gesätigt von Gerüchen. Ernas Haar kraust sich einer Löwin ähnlich. Sie nähert sich mit ihren großen Körper der aus der Hüfte gleitet. Sie nimmt ein paar Schlüssel von der Holzwand und verteilt sie. Die Gäste stemmen die Treppe hinauf, ihre Schritte krachen hölzern, die Schlüssel klirren locker gehalten in der Hand. Geräusche die mit der Zeit abklingen.

Ich blieb in Salon, betrachte ein Ölportret. Eine verblüffende Ähnlichkeit mit Erna, vieleicht, wahrscheinlich, posierte sie dem Maler. Auf der selben Wand sind mehrere Ölbilder angereiht. Sehe die in Leder gebundenen Bücher, seidene Schirmlampen. Habseligkeiten die verdunsteten. Nun hällt Erna ein Glas in der Hand, die Perlenkette berührt das Glas. Sie blickt nach unten, Kajalstriche betonen ihre Augenlider. Sie legt das Glas auf den Tisch. Einen Augenblick erschien in Vordergrund der karottenrote Kragen der Bluse.

Ich bin heute etwas später im Salon erschienen. Sonst bevorzuge ich den Frühvormitag. Lese die Sontagsbeilagen der Zeitung. Möchte ein Spiegel sein der nichts reflektiert.

Zwischendurch denke  ich an Frankreich, an Nice. Ich las ein Zeitungsartikel über die Region Alp Maritime. Viele  meiner Freunde vereisen  zum wandern, auch der Stille in der Berglandschaft  wegen.  Die Gast -und  Kinderfreundlichkeit der Gastgebern ist  bekannt.

Ich wünsche mir diesen  Zustand des „o la la“,  Spontaneität,  die Fähigkeit mich zu wundern,  zu überraschen.   Diese Offenheit und Leichtigkeit zu verspüren.

Sie entschied sich nach Nice zu fahren nach dem sie eine Dokumentation in Fernseher sah, die Stadt ist ein Museum im Freien.

Nice hätte auch der Name einer Syrene aus der Odysee sein können. Die Stadt hat eine sehr anziehende Wirkung. Für Turisten und für die „neuen“ Bürger.

 Nice  gefiehl mir sofort, es war ein Flowerlebniss von Beginn an, da zu sein.

Und dann ging ich rein in diese Buchandlung das auch eine Grafische Samlung hatte und sah A an seinen Büro und spürte sofort eine tiefe Verbundenheit. Er  wurde zu eine sehr naheliegende Person, ich war verblüfft und glücklich zugleich wie ähnlich wir uns waren. Ich liebte und schätzte ihn sehr,  denn er liess zu,  dass ich ihn peu a peu kennenlernte. Es war für ihn auch eine neue Erfahrung.  Er war für mich der wiedergefundene Vater.

Auf einmal war er nicht mehr da. Er spürte es, sagte mir zuvor, weis ich nun, dass er mir ein Brief schreiben wird auf meinen Post Restante bei der Wilson-Poststelle. Ich erhielt keinen Brief und auch keine andere Benachrichtigung. Die Blumen mit denen die Kirche geschmückt wurde hatte er selbst ausgesucht. Als ich dies erfuhr war ich sehr traurig. Jetzt auch noch.

Ein neuer Gast kommt an, eine ältere Frau steigt aus dem Auto. Der Taxifahrer steht vor ihr und hebt den in Hintersitz versunkenen Körper. Die Dame stieg, der Rock hochgerückt. Sie verabschiedet sich von den Taxifahrer mit eine kurze Geste, lief auf den gepflasterten Fußpfad.( Ihr langen Zopf peitscht den Rücken rytmisch). Es ist Tante Mira ich erkenne sie obwohl sie auf den Photos die Haare anders trug. Auf den Photos türmten sich die Haare der Damen. Ihre Schwester Lia trug ein verblichenes Jacket. Während des Ralierkrieges wohnte die ganze Familie in das Zimmer einer Stadtpension. Großonkel Kiru hausierte damals mit seinen Musterkoffer bei Textilfirmen. Ganze Netzwerke waren infolge einer Cyberatacke außer Funktion .

Wir sehen das Ölbild das in der Nähe an der Wand hing, an. Tante Mira erzält mir dass Erna ab und zu Model für einen Maler stand. Somit ist meine Vermutung bestätigt.  Ihr melancolischen Blick , die schwere der Augenlieder sind gleich geblieben. Sie hatte sich kaum geändert. Nur der Körper wurde grösser.

Miras Familie, samt Onkel Kiru, lebt in Amerika und schickt noch immer ihre Neujahrsgrüsse in Telegrammform.  Jedes Jahr.

Auf eins der Photo trug Onkel Kiru ein weises Bart.

Erhard kam schliesslich  zum Früstucken. Sein Früstück wird von Erna zügig vorbereitet. Er wagte noch nicht den Einzug im Haus, kommt jedoch  jeden Tag zu uns.

Erhard wohnt in eins der Häuser auf den Holzmarkt. Er ist müde, nachts  schlief er nicht. Jugendliche hielten sich die ganze Nacht rund um den Brunnen auf. Sie tranken Bier und rauchten halbwegs eingerollte Zigaretten die ein süsslichen Geruch verströmmten.  Es sind die selben die manchmal in den Yogaladen in französischen Viertel meditieren. Ein Paar knacken Kürbisskerne. Die Kerne sind in ein Silberhäutchen umhüllt. Sie schieben die im Backoffen geröstete Kerne zwischen den Vorderzähne und knacken bis sich der Inhalt in Inneren des Mundes katapultiert.  Gegen morgen erscheint auch Rita. Rita wünscht eine zu rauchen. Sie zieht ein paar Züge und beginnt zu lachen. Sie hat einen Lachanfall.  Die Jugendlichen sehen sie an und werden ernst. Ihr Zustand gefällt nicht. Sie verabschiedeten sich voneinender so als ob sie sich nicht kannten und liefen fort.

Als Erhard morgens an den Brunnen vorbei lief, lagen Glasspliter  auf den Strassenpflaster gefächert. Müde lief er durch die Innenstadt und danach den Tunnel zu Neckarhalde durch, gelang an der Anlagesee  und  schliesslich am Europaplatz wo er mit seinen Freund Gilbert verabredet war. Er traff sich jedoch mitten in der Montagsdemonstration ein. Der Platz ist hervorragend angelegt um Raum und Atem für grosse Menschenmengen zu bieten; diesmal waren es 500 Demonstranten die Einzug hielten.

Die Demonstranten drückten sich inneinader, bäumen sich auf, verdichteten die Reihen. Plakate ragten über ihre Kopfe. Ein junges Paar eilte entlang eines Wagens, ein schmächtiger Mann nickte, riss sich die Arme hoch und strammte ein Plakat mit verschlungener Kaligrafie. Ineinandergreifende Gesten. Eine Gruppierung die eine Strecke gerade lief stampft nun auf der Stelle. Eine Hand rudert durch die Luft. Sie wenden sich ab von Bekanntes, knüpfen in neue Formationen an. Sie kennen sich kaum aneinander, oder gar nicht, sind jedoch in einen Zustand der Übereinstimmung. Beginnen zu skandiern:“ Wir sind hier und wir sind laut weil man uns sozial abbaut“. Erhard bemüht sich nach vorne zu kommen. Wann er auf den Österberg ankommt bleibt dahingestellt. Mit einer kurzen Handbewegung zum Ohr prüft er ob sein Ohring mit den Lauten abhanden gekommen ist. Schweis rinnt auf sein rasierten Nacken. Es gelang ihm schliesslich auf der Hauptstrasse. Auf der Neckarbrücke beschleunigt er. Links sieht er die Neckarinsel und die Häuser hinter der Stadtmauer. Er läuft weiter, steigt eine  Treppe hinauf, nimmt ein neuer Weg. Bäume unrandten den Weg. Nun lichtet es sich und die ersten Häuser auf den Hang erscheinen. Das Haus wo er Erna treffen wird.

Angekommen stellt er sich seiner Rituale. Er sage dass er für den Käsekuchen käme.  Nachden er den Kuchen gegessen hatt, streift er sich die Reste von der Hose ab. Während das heisse Wasser für die Teezubereitung blubbert, segelt Rita mit einen Tablett zwischen den Tischen.

Erhard scheint von den Erreignissen des heutigen Tages angeregt zu sein. Er interessiert sich für Politik. Die Globalisierung beschäftigt ihm, er redet  von der Globalisierung wie von einer Epidemie. Seine Ideen umkreisen das Thema,  nehmen nach und nach Gestalt.  Das neue Harz 4 Gesetz ist auch Gesprächsstoff. Dieses hat noch kein einziger Arbeitsplatz geschaffen nur Sozialabbau und Lohndumping in Gange gesetzt.   Erna  sieht nur seine Gesamterscheinung.

Er trinkt Tee in kleine Schlücke, nimmt mit der untere Lippe die Tropfen die vom Tassenrand kullern auf. Auf die Teeoberfläche glänzen braungrüne Insel. Er taucht ein frischer Stängel Minze in den Becher ein. Wenn er trinkt nimmt er Minzblätter in den Mund. Diese spriessen beim Kauen zwischen seine roten Lippen als haben sie Nährstoffe in seiner Spucke gefunden.

Sein Gesicht bekommt eine Austrahlung von Frieden.

Inzwischen sind auch die Gäste aus Hamburg eingetroffen. Es werden Unmengen an Omlette mit Salatbeilage und Bacon serviert. Ich habe diesmal eine Schale mit Jogurt und  Müssli, und frischer Mango  aufgefüllt.

Ich denke an Celine und daran dass ich ihre Mutter bin.

…denke an unser Begegnung im  Botanischen Garten während der Jugendwoche, als Sie an einem der langen Tische malte.

Heute sprach mich eins der Mädchen an. Sie vermied den Augenkontakt und schien unbeteiligt zu sein. Fast emotionslos.  Sie verbarg ihre Gefühle, wollte  keine Aufmerksamkeit erregen, uns  beschützen.

Sie malte und erzählte.

Viele kleine Sonnen leuchteten auf einmal auf einer Wiese…weiße Schäfchen wolken gleiteten auf den Himmel, ein Haus öffnete seine Räume. Alles auf ein grosses Blat Papier.

Ihr Bild wiedergab die Ausdruckskraft des Gesprochenen.

Danach schwieg Sie und unterschrieb. Celine.

Ein Gast nähert sich dem Tisch. Er übereicht Erna den von ihr  geliehenen Stadtplan. Sie bemüht sich akzentfrei zu sprechen. Es fällt auf das die Ebene der Worther sie einschränkten. Sie stöbert, sucht wahllos herum.

Erhard hörte nur die Sprachmelodie. Er umhüllt sie mit seine Blicke;  ihre sprachliche Ungenauigkeiten  iritieren ihn nicht.

Er macht ihr Komplimente wie wenn er ihr wohlriechende Pflaumen übereichen würde.

Rita ist in ihr Appartement eingetroffen. Sie sieht sich in Spiegel an und wich den Blick nicht aus. Sagte sich laut und deutlich: ich bin in Frieden mit mir selbst und liebe mich wie ich bin. Sie strich sich die Wangen herab. Spührte ihr Mund kribbeln, der Mund war roter als sonst,  wirkte wie angemalt. Die kleinen Ohren und die nassen Haaren glänzten. Es war gut sich zu sehen. Sie löst sich nun von ihr Spiegelbild.  Öffnet ein Fenster. Die Luft schien weich zu sein. Sie blickte den Sternenhimmel, den weißen Lichtwegen zu. Da fliegt ein Engel. Er grüsst Milionen von Sternen. Auf der einen wohn(t)e der kleine Prinz.

Jeden Donnerstag massiert Rita die Füsse des Philosophen. Er betont auf’s neue dass seine Füsse Zuwendung brauchen.  Für gewöhnlich fügt er seiner Ausserungen sexuelle Fantasien zu. Rita meinte er sei anal fixiert. Als er sich aufrichtete um ein Glas Fruchtsaft zu trinken glit er fast aus den Morgenmantel.( Der Duft des Rosenöl’s besänftigte sein Gemut. )Sein Schwanz war bloßgelegt. Dass ist Aladinslampe, wird dir jeden Wunsch erfüllen, sagte er. Sie rieb daran und er erhob sich um liebkost zu werden. Er würde gerne eindringen, sagte er.  Sie fühlte ihm gleiten, ihre Öffnung schwohl an und stülpte über wie eine Knospe, die Rundung öffnete sich; er drang langsam ein, wurde verschluckt, aufgenommen in die Tiefe. Die Lust verströhmte, die Rohenergie wurde zu Wonne. Sie bekannten sich ihrer Lebendigkeit und Kraft. Eins geworden wurde der Korper von orgiastistischer Wonne durchflutet.

Nun sitzt er mit gespreizten Beinen auf den rostroten Sessel. Ich sah ihm wie er nach vorne wippte. Die Hose verdeckte seine hohen Schnürschuhen die einen Streifen auf der glatten Bodenfläche hinterliessen und ihn am verutschen hinderten. Seine Ohrschützer die er bei Winterkälte draußen trug, in der Innenseite mit roten Samt belegt, hängen locker wie ein Schmuckstück auf der Sesselkante. Nun tippelt er ein nicht zu enschlüssenden Signal mit seiner Füsse auf den Boden. In einer Blumenvase blühen trompetenformige Blumenkelche. In den Vertiefungen verweilen Wassertrofen. In den Duft das sie verströmmen, spührt er Ritas Sinnlichkeit walten.

Eine runde Wandlampe und dessen spitzen Austülpungen weitet ihre Lichtkreise aus.

Heute rasierte er sich. Er empfand sich wacher als sonst.  Beim  Anblick des Badezimmers,  hellte sich sein Gemüt auf.  Silikonfreie Echtglaskabine, Seitenbrausen mit Dampffunktion und Punktgenau einstellbaren Massagedüsen, Stereoanlage und Sternenhimmel, Monsunregen aus der Tellerbrause. Das Wasser rauscht aus der Brause und gurgelt in der Kanalisation. Als er erneut ins Schlafzimmer kam öffnete er die Türen zum Schlafzimmerschrank.  Darin auf Luxusbügel, Luxusklamoten, ein Schlafanzug für 500,- Euro, ein Boss Früjahresmantel der neuen Kollektion der ihn besonders gut gefiehl. An der äussere Wand des Schrankes lag ein Fünfsterne Golfschläger Ausrüstung japanischer Herkunft. Päckchen. Eingepackt und mit Namen versehen; die Geschenke warten um geöffnet zu werden.  Seine Söhne Mischa und Harry kommen bald zu Besuch.

Nun wünscht er sich einen Früstücksei und zwei Scheiben Toastbrot mit Frischkäse und Lauch. Das Früstücksei ist nach ein Paar Minuten auf den Tisch. Das Ei schlüpft schief aus dem Behälter. Der Philosof schlägt mit den Löffel gegen den Saum des Porzellans dann klopft er aufs Ei wertet für ein Paar Sekunden das Ergebniss ab, schält, die Schale zackt sich auf und schnattert, das Weis unter den Weis der Schale kommt zum Vorschein. Schließlich ein unkompliziertes Akt. Er sätigt sich an das Gelb des Eies sein Löfel in Gleichgewicht in ruhiger Verrichtung zum Munde. Schaut uns selbstvergessen an.

Eine Katze krallt an seinen Sessel. Nachdem Rita sich vergeblich anstrengte sie zu verscheuchen lief sie plotzlich weg. Der Philosof schaut Erna zu.

Seit September dieses Jahres wohne ich in diesen Haus auf dem Österberg. Ich erbte A. Ich überlegte lange ob ich das Erbe annehmen soll. Er hatte schliesslich eine Familie. Jedoch sie waren sich zu unterschiedlich. Diese Leute waren nicht gut für ihn; sie hatten sich schon vor lange Zeit getrennt.

Als du das erste Mal mich in Tübingen besuchst hattest fragtest du mich wie ich von das Erbe erfuhr.  Du wustest davon meintest jedoch es wäre schwierig es zu bekommen, und schweigtest. Ich erfuhr von das Erbe von Passanten die mich ansprachen.

Als ich mich schliesslich entschied zu einen Notar zu gehen, von  dem ich dachte dass er den Nachlass regelte, und diesbezüglich die Sekretärin anfragte,  sah ich im Warteraum ein Mann der bei der Nationalen Sicherheit arbeitete.  Ist er der Gate der Schmuckverkäuferin in Cartier Musicien?

Er hat einen Doppelname.

Die Sekretärin fragte mich ob ich auf das Erbe zu gunsten der Stadt verzichten möchte … und das der Wartende ein Papier zum Erben geltend machen will, er wollte den Eindruck erwecken das er aus Patriotismus handelte.  Mich sprach er jedoch vor ein Paar Wochen an sagend das er zwei Kinder habe und er alles für seine Kinder tut.

Ich möchte nicht daran denken.

Und auch nicht an das Alleisein der letzten Zeit.

Nach ihrer Ankunft aus Georgien, lernte Erna einen Maler kennen. Sie  blieben zusammen bis sich die Gefühle füreinander abkühlten.

Zu Beginn verglich sie die alte Heimat mit der neuen, es war ein idealisiertes Betrachten der Vergangenheit, nun verblieb der Vergleich vollig aus. Ihre Familie lebt in Georgien wo sie ein Haus bauten. Der Bruder hat noch immer im Stahl nebenan seine Baufirma.

Das Haustelefon klingelt. Erna nimmt die Brille ab bevor sie abhebt, wie wenn Hören und Sehen eine Einheit währen und sie dadurch besser hören würde.  Sie schien beunruhigt zu sein zog ihre Finger in die  Länge wollte irgendetwas sagen, schwieg jedoch, ging dann in der Eingangshalle um zu prüfen ob jemanden auf sie wartet. Sie kam zurück, verschwieg uns die Nachricht dass die Familie Takashi  bald vereisen wird.

Inzwischen ist eine Obst und Gemüse Lieferung  angekommen.  Erhard und Rita halfen bei der Entladung mit. Es lief sehr zügig ab. Nun wünscht er sich saubere Kleidung. Die Kisten hinterliessen dunkle Streifen auf sein helles Hemd.  Es sind  Birnen, Brokolies, Kurbisse, Tomaten, Gurken, Chinakohl angekommen. Und jede menge Äpfel. Er lief von Kiste zu Kiste um den Inhalt zu prüfen. Eine Woche Nahrung. Rita spührt eine tiefe Melancolie. Sie wünscht sich sorgloser zu sein. Wäre besser wenn Sie sich den Alltag nicht erkämpfen müsse. Sie nahm  Erna s Angebot im Haus zu wohnen im März voriges Jahres an. Sie hilft Erna bei der Hauswirtschaft.  Nun wünscht sie sich was anderes. Sie könnte sich als Ernährungsberaterin ausbilden lassen oder sie könnte mit einen reichen Mann der ihre Vergankheit nicht kennt  zusammen sein. Sie kann ihn ja schliesslich ein Spektrum von pubertären Erotik bis zur Wamp anbieten. Sie könnte für ihn Wohlpulis  stricken.  Geld und Liebe müssen sich ja nicht auschliessen. Oder sie könnte Töpferin werden und sich die Haare kurz schneiden lassen wie das Model auf den Titelfoto der Cosmopolitan. Sie könnte ein Buch über Männer schreiben, deren Träume, Hoffnungen wie Perlen auffädeln. Ihr Halstuch ist von Feuchtikeit verklebt.

Das Licht in mir ehrt das Licht in dir. (Mailbox)

Ellen verspührt ein übermächtiges Gefühl von Glück wenn sie sich im Atelier aufhällt. Das Atelier ist in den Neuanbau mit der hohen Glasswand. Die Kastanie mit den gestützten Äste grünt neu.  Sie beginnt zu malen. Schatten bewegen sich auf den Boden und auf der Wand.  Über das Weis der Leinwand streicht sie breite Bahnen, vermischt sie rythmisch, verpaart Baumwurzel. Ein durcheinander von Haarfeinesgeflecht entsteht. Sie mag was sie kann, es gibt kein aufkeimendes Misstrauen in das Gelungene. Sie malt mit nach vorne gestreckten Kopf wie wenn er von Wind gehalten wäre; ihre Bewegungen wiedergeben Leichtigkeit. Diesen Sonntag ist kein Eintrag in den Kalender. Nur Cranachs Bild Adam und Eva.

Vor dem Atelier hattest Du ein Holzpferd  mit Pedalen gestellt.  Ein trojanisches Pferd vieleicht, oder ist es Rosinante, frage ich mich. Während Winmühlen konzertieren, könnte Don Qijote auf den Pferd steigen.

Du hattest geschrieben /12 Dezember 2068

Ich dachte an den gemahlten Vogel in Winterlandschaften. Drausen schneite es. Meine Schritte versankten in Schnee. Der Schnee schluckte alle Geräusche.  Als ich reinkam stellte ich den geöfnetten Schirm unter Cranachsbild. Wassertropfen kullerten auf den bespannten Stoff. Sie sitzt auf einen mit Samt bespannten Stuhl. Empfand Freude wusste das ihr nichts  fehlt oder zugefügt werden muss. Sie küsste mich mit den Hauch ihres Atems. Entschlüpfte aus der Bluse wie aus einen Kokon, ihre Brustspitzen, kleine Beeren, ragten hervor.  Es kam das Ablosen, das Fliegen.

Es ist Samstag. Der Philosof sitzt vor dem Fenster und beobachtet die Paragleiter auf den Hügel. Der Österberg ist ein Hügel im Nebel.  Das neue Semester beginnt,  die Paragleiter, Studierende des Sportinstitutes kommen jeden Samstag vormitag. Die Gäste aus Hamburg diesmal dazu. Sie lassen  sich herabfallen und gleiten. Rohrenknöche und Flughäute. Sie sind von einer Luftebene getragen, die Anzüge bauschen, blähen sich auf, die Haare sind nach hinten geblasen. Die Hände halten sich fest. Die Luft verlangsamt das fallen. Sie schweben. Es drohnt und es rauscht. Unten auf der Wiese rennen Zuschauer mit Photoapparaten und Kameras.

Eine grosse Silluette sucht nach einen Fahrad und verschwindet in den Nebel. Irgendwo durchstreift die Silutette  mit dem gelben Helm die hügelige Umgebung.

Die Familie Takashi ist die einzige die regelmässig abends vor dem Fernseher im Salon sitzt.  Heute Abend wird eine Reportage über die Küste Englands auf Arte gesendet. Ein Gestrandeter spielt Klavier zum ersten mal. In eins seiner früheren Leben war er mit Sicherheit Pianist, sagte Shou, der Vater. Seine Musik verband Zeiträume. Der Vater hebt und senkt sein Kopf zwischen Einnicken und Wachsein.  Nach der Sendung verabschieden sich die Takashi von Erna mit einen Gefühl der Orientierung und Zusammenhörigkeit. Sie laufen die Treppe hoch und den Flur entlang , die Augen weit geöffnet  wie die der Mangas während die Dunkelheit Ihre Siluetten verschluckt. Sie sehen zerbrechlich aus.

Der Himmel ist Schwarz. Ein Hoch namens Edith bewegt Massen von Wolken; wogendes Grau vorher noch weisse Schäfchen, verdichten sich, verändern ihre Umrisse,  gleiten, rollen und stossen ineinander. Unter Donnergrollen gestalten sich neue Formen. Ich laufe hinterher. Als sie vor der Eingangstur ihrer Wohnung stehen und nach den Schlüsselbund suchen laden sie mich zum Tea trinken ein.

Wir sitzen auf der Ecksofa und warten auf den Regen. Ich bevorzuge einen Grünen Tee mit Ingwer um der Erkältung entgegen zu wirken. Auf weise Teller erheben sich Türme von Kekse und selbstgemachten Pralinen. Eine Wespe umkreist die Siedlung, setzt sich auf der Schokoladeseite einer Praline. Wir beobachten wie sie speist. Takashi s Tochter nuschelt mit Hamki.  Ich verstehe was sie sagt, sie wünscht sich mit ihm aleine zu sein.  Shou, der Vater hebt die Augenbrauen, ist iritiert als er merkt das ich Yuna mein Wohnungsschlussel übereiche. Beide verlassen zügig den Raum. Während dessen sehe ich den Taxifahrer und Rita durch das geöffnete Fenster aus den Blickfeld verschwinden. Sie liefen zum Teehaus. Mai nimmt ein Tuch und wedelt durch die Luft angeblich um die Wespe aus der Wohnung zu verscheuchen. Sie möchte die beiden beobachten. Die Wespe fliegt im Nassen. Ich frage mich ob sie Nestwärts findet.

Mai  versinkt in den grossen Sessel vor dem geöffneten Fenster.  Ich nehme die Gerüche war und erhasche die Lauten. Sekundenweise wird es hell, ein Teil der Hausgemäuer glänzt. Beselte Tropfen wirbeln in der Luft, der feuchte Wind liebkost meine Haut. Der Tee in der Schale kräuselt sich. Der Regen bricht stärker ein und Unruhe in den Bäume. Sie dehnen und biegen sich. Mai atmet schwer. Das Keuchen kommt jedoch von nebenan. Ich frage mich ob es die Juniors sind. Das Keuchen und ein regelmässiges Klopfen stellt sich ein. Nun sitzt Mai aufrecht.

Freitagabend kommt ER. Es blitzte feierlich.

Die Juniors sind zurück. Wir schauen weg. Ihre Augen glänzen wie braune Käfer. Die Luft ist dün, das Gewiter ging unter. Ob Rita und der Taxifahrer…

Ja. Rita ist mit den Taxifahrer in dessen Wohnung. Er nimmt eine Kassette in der er sonstige Schmuckstücke und Briefe vergangener Liebschaften aufbewart. Ein weisser Stapel Briefe rutscht ihm aus der Hand. Er strekte die Hände um die Briefe einzusameln, seine Hände gingen voraus, schlüpften aus dem grauen Pulover, er unterbrach die Bewegung nicht.  Aus einem Briefumschlag nimmt er Geldscheine und reicht Rita ein Paar hundert Euro. Sie nimmt das Geld und denkt daran sich ein Festagskleid zu kaufen. Sie schließt die Augen, die Wimpern flatern wie bei einen Schnelltraum. Sie streicht sich die Haare, der kurze Bob fällt ihr ins Gesicht. Es läutete an der Eingangstür. Die Stille die folgte fror jede Bewegung ein. Als es erneut klingelt läuft der Taxifahrer zur Eigangstür und öffnet. Es ist der Antiquar mit ein Fahrad. Er lächelt. Sein Lächeln verliert sich in den Gesichtszugen als er Rita sieht. Da ist dein Pegassus sagte er. Er reparierte das Fahrad.

Die Mutter gehört auch zum engeren Personnenkreis von Ellen. Über sie zu erzählen fällt besonders schwer. Sie wohnte im betreuten Wohnen gegenüber des Österberges.

Später wurde die Mutter, die Ellen als Fremdkörper empfand als sie sie trug und wachsen spührte, in der Psychiatrie eingewiesen. Sie hasste ihre Tochter die ihr Platz einnehmen könnte.

Eine Schneewitchen Konstelation!

Ellen ist ca 160 cm groß,  die Mutter verabreichte ihr Medikamente als sie ein Kind war; der Apotheker hatte sie beliefert und beraten den sie  betrieb Tierzucht. Er sagte ihr was sie den Tieren verabreichen soll.  Sie gab sie nicht den Tieren sondern Ellen. Auch wachstumhemmende Substanzen. Ellen hatte  Schmerzen in den Beinen und ihr Busen wuchs nicht. Die Vergrösserung des Busens hollte sie nach.

Dann rannte Sie ständig zum Artzt mit Ellen um sich einen Ruf als führsorgliche Mutter zu verschaffen. Sie brauchte Annerkennung.

Anya war grausam. Dazu zählten auch die ständige Abwertungen, Beleidigungen, Vowürfe. Diese Art von Kommunikation behielt sie bis jetzt. Außerdem setzte die Mutter Gerüchte über  Ellen in Umlauf. Diese brachte sie in Zusammenhang  mit gefälschten Photos und Videomaterial das Ellen kompromitieren sollte.  Die Mutter und die Schwester aus dem Convent gehorten zu den Selben Personnenkreis das diese Sachen verbreiteten.

Was sie unterstellt,  tat, tut sie selber! So denkt Anya, das ist ihre Welt!

Sie verbreitet Gerüche auch in der Hausartztpraxis, beim Zahnartzt, unterstellt Ellen böse Absichten, erzählt Lügen.

Vor einiger Zeit hatte die Mutter in der Stadt Ellen mit ihr Herzspray nachdem sie sich verabschiedeten und Ellen sich umdrehte eingesprayt. Zum Glück hatte sie mehrere Schichten Klamoten an. Ellen hatte es geschaft bis zu eine Bank und sich dann zu setzten. Sie wartete dass es besser wird.

Gleich nach der Rückkehr aus Frankreich wohnte sie erneut bei der Mutter weil sie nichts anderes fand. Eine nächste Spray Aktion fand statt in der Wohnung. Diesmal sollten es die Füsse sein. Ellen hatte, zur Überraschung der Mutter,  ihre Schuhe an als sie auf der Sofa lag. Es folgten eine Reihe von „Maßnahmen“ die Ellen antraff  um sich vor der Mutter zu schützen.

Sehe neue Einträge im Tagebuch! Blätere.

Was über mich kursiert entspricht nicht der Realität, es ist manipuliert“ von denen die  sowas tun. Es sind sämtliche Personen die in der Betreuung von Kinder und in der Jugendhilfe arbeiten und  die sich für dessen Schutz einsetzen,  betroffen. Nicht nur.

Ich möchte ein Allheilmitel zaubern können.  Gesundheit ist ein Grundbedürfniß….….(Es heisst aufpassen, Verantwortung übernehmen)…..Eine budistische Meditation (Nepal) soll eine Umwandlung bewirken.  Der Schmerz eines Mitmenschen wird (beim Aufatmen)aufgenommen und in Liebe(beim Ausatmen) umgewandelt. Ich praktiziere es. Übe mich darin.…Ich bin beruhigt und zufrieden dass ich Mutter bin… ein Gegenpol zu all dem was ich als belastend empfinde…

Führst Du auch Tagebuch? fragte mich Pipa.

Wir führen mit den Fahrad in der Innenstadt.  Der Wind schleicht sich kühl über die Schulter. Es sind Stände mit einheimische und provencalische Produkte, die meisten bieten Lebensmittel und Artisanat an. Ich freute mich französich mit einige Händler zu sprechen und besonders freute ich mich auf die Tourtons. Eine Katze läuft mit Fischessensreste.

Wir sind an einen Langosstand angekommen. Du möchtest ein Langos. Wir stehen Schulter an Schulter zwischen duzend Leute die warten. Der Koch nimmt den Teig in der Hand. Der Teig dehnt sich geschmeidig zwischen den Finger, er legt die Stücke behutsam in den heissen Öl. Sie beginnen gleich runde Blasen zu spriessen, knuspern. Das Öl zischt. Der Koch nimmt sie heraus, pinselt sie mit einer Knoblauchsoße ein und reicht sie den Klienten an. Wir rücken näher und das gelbliche Licht der Lanterne webt uns ein.

Wir heiraten in Januar wenn die Wiesen weis glitzern.

Das Tagbatt berichtete darüber. Wir heirateten in einer Kapelle mit buntleuchtenden Vitralien. In den Raum waren ca 20 Gäste. Als wir aus der Kapelle rauskammen färbte sich der Himmel rosa, die Spitzen der Pappeln fächern sich auf.  Wir fuhren gleich in der Hochzeitsreise. In den Koffer Unterwäsche, halterlose Seidenstrumpfhosen, Pablo Neruda.

Wo weis keiner.

Er möchte das ich  in die Atmosphäre einer Gemälde eintauche.  Sie trägt einen Kostüm. Darunter eine Corsage. Ihre Haut ist wie Seide, Federboas gleiten darüber, die samften Handschuhen… 

Er möchte dass ich weiterbeschreibe. Vieleicht mag sie heute aber nur Egon Schiele und trägt lange bunte Overkniestrümpfe und sonst nichts.

Was ich schrieb hat Wahrheitsgehalt. Es ist jedoch auch Fiktion dabei. Es liegt an Sie  was sie als Leser als Reel empfinden, oder empfinden wollen,  und was für Sie als Imagination  gilt.

Ich würde so gerne wissen was sie denken.

Nun  möchte ich Ihnen die Geschichte von der Teetasse erzählen

Ich mag die Geschichte von der Teetasse. Kennst Du sie?.  Der Schuler kommt zum Meister und sie trinken erstmal Tee miteinander. Der Meister schüttet und die Tasse läuft über. Da sagt der Schüler: Was machst Du da ? die Tasse ist doch längst voll.Warum schüttest du immer weiter? und der Meister sagt Ja so ist es mit dir.Du musst erst deine Tasse auslehren, bevor man Tee hin einschenken kann. Wie könntest du nicht berührt sein, wenn Gott anfängt, Tee in deine Tasse zu schütten? Und dann läuft der Tee ein bischen über wenn die Existenz beginnt sich in dich hinein zu ergiessen, weil auf einmal ein wenig Platz ist, das ist erschüternd, und dieses Erschütern selbst ist wie eine Ultraschalreinigung, bei der auch der Rest so erschuttert wird, das du ihn auch noch leeren kannst. Und dann tanzt die Existenz in dir. Du bist einfach leer und zutiefst berührt. (seite 66 Poesie der Stille, Tanz des Lebens, Anleitungen zum Dasein; Pyar Troll)

Heute Abend feiern wir Ernas Geburtstag. Sie sieht sehr jung aus, ihr Haar hatte sie noch nicht gefärbt, es behielt seine tiefschwarze Farbe über die Jahre, ihr Gesicht verjüngerte sie regelmässig jedoch mit Behandlungen bei Carita in Frankreich.

Das Miteinander sein wird mittels einer Kamera festgehalten.

Die Kamera kreist summend. Das Gerät wurde für festliche Angelegenheiten angeschaft. Wir sehen uns an durch den aufsteigenden Dunst der Suppe. Eine silberne Taschenuhr liegt auf den Tisch die Kette herausgezehrt. Schusseln klappern auf den Untersetzer…

Höre Gesprächfetzen: die beiden verstehen sich auch ohne Wörther…langsam gewöhnt sie sich an die Fremde…ich freue mich auf meine Familie auf meinen Bruder der in München lebt…der Philosof wurde mit einer Unbekannten gesehen…und dann geht es zu dritt auf der Villa auf Lanzarote..Rendite bei der Geldanlage…Wohlfühlszentrum…Party…Achtung fertig los.

Ich freue mich das Vincent hier ist.

Der Antiquar beginnt die Austern zu öffnen. Steinige Austern, grau und gelblich. Sie liegen auf der Küchentecke, heute wurden sie von ihm angeschaft. Wir warten angereiht zum Züge zu kommen die Viecher zu verschlingen. Er erklärt die Prozedere des Öffnens. Seine Augen leuchten während seine Hände sich gewandt bewegen. Er behällt ein regelmässigen Rytmus. Die Viecher rutschen auf der Bahn der Zunge, ungekaut, klebrig, ins Rachen. Es wird reichlich Weiswein getrunken. In der Sprache der Männer ist Erregung und Hochmut zu spüren.  Vincent, erzählt über die Herkunft seiner Anschafung, legt eine neue Kiste auf der Thecke, begleitet stimmungsvol seine Handlung bis der Vorrat aufgebraucht ist. Er sieht Rita. Er unterliegt ihr in Mieder und Top, angemalt das ein Stukateur kommen konnte, ihr, die einzige Frau mit hohen Absätze, die Einzige in Netzstrümpfe, die Einzige die ihr Geflecht aus Äußerlichkeiten über ihm warf. Einzige für ihn Anwesende.

Wir sitzen erneut an den grossen runden Tisch. Stimmen, zerkaute Wörther. Wörther die sich verzagt im Geklapper der Teller verlieren. Dunstregungen, zusammenhanglos, unzetrennlich, hinausgeeilt, abgesondert.  Lose Lippen bewegen sich, früchtige Hüllen saugen auf, leeren. Vincent schlürft Salbeisuppe. Rita schaut nach in welchen Hände sich der Schöpflöffel befindet. Erhard gelang es eine Tasse aufzufühlen, die Finger festhaltend, gebeult, eingezogen. Rita wählte Entenbrustfilet mit selbstgemachten Kartofelkroketen, dazu Kaviarblinis und ein Salatbücket mit Nussdressing. Und ein Teller Frischkäseravioli.  Genauso ein Durcheinander im Schädel wie im Magen. Vincent nimmt Ritas Hand in seine. Sie spricht.  Er blieb sitzen in einer Hülle des Wohlergehens, schweigt. Eine plötzliche Bewegung könnte den wackeligen Gerüst ihrer Gesprächslogik  umwerfen.  Rita seufzt. Er nimmt ihre Hand und führt die Finger in sein Mund. Führt sie rein und raus, rot seine Lippen, an der Spitze des Mittelfingers glitzert ein Speicheltropfen. Ihre Brüsste, klein und rund, wohltuend sie zu sehen, durchschienen durch die Bluse. Sie hielt ihre Hände abwartend unterhalb des Bauches.

Vincent öffnete sein Bücher Kabinet in den Sechsiger, das Angebot an Bücher blieb unverändert. Die selben Leute, die selben Gesprächsthemen. In einen Teller auf den Schreibtisch noch Essensreste. Eine Katze lief über den Tisch zu einen für sie überdimensionalen Sessel. Auf den Sessel, ein indisches Kissen mit silbernen Spiegelchen und goldenen Schnur als Umrandung. Der Antiquar nennt Sie Sternschnuppe.

Als er erfuhr das Rita sexuelle Dienste anbot, änderte er nichts. Er blieb ihr gegenüber charmant und zuvorkommend denn Sie vereinte alle Frauen in sich,  war weder eine Heilige noch eine Hure.

Heute hatte Rita eine Regalwand ins Antiquariat mitgebracht. Zwei Mitarbeiter der Drauf und Drüber ein Laden im Mössingen halfen ihr. Die Bücher die sie in Regal einordnete, Anais Nin Tagebücher, Zen und christliche Spiritualität, Weisheit der Stille, Geistestraining durch Achtsamkeit, Selbstbestimmung des Schicksals durch Erkennung des Kausalgesetzes, Heilen aus geistiger Kraft, Aktivierung innerer Energien… Auf der oberen Tragefläche des Regals in scheinbarer stimungslosen Zustand Äpfel, Orangen und Quiten als Vitaminportionen. Sie verstrommten ein unaufdringlicher Geruch. Zwischen den Bücher in den Regal, pflegte Igors Gatin Stoffsäckchen mit Heiltees gefüllt zu legen.  Warm und würzig.

Die Regalwand samt Bücher und sonstiges was dazu gehörte hatte Igor gespendet. Er wohnt nahe der Kornblume.

Vincent nimmt eins der Bücher in der Hand und fühlt die gespannte Erwartung.  Spürt dass es kein Anfang und kein Ende gibt, nur ein Dazwischen.  Und er lies sich darauf ein während er sich in der Lectüre vertiefte sankten in ihm neue Entwürfe seines Daseins.( sinngem.Heiddeger)

Igor, tanzte an der rusischen Opera. In Deutschalnd wurde er Politiker.   Er braucht Zuhörer denn er übt für das bevorstehende Parteitag. Er verbessert kontinuerlich seine Argumentation auch wenn er nicht von den was er sagt überzeugt ist.

Seine Retorik ist inzwischen gut geworden  Nur seine Stimme klingt eintönig, wie wenn  er eine Speisekarte liesse. Obwohl sie nicht zuhörte wurde Rita zunehmend trunken. Schliesslich gelang es ihr sich seines Interesse zu entziehen.  Schrittweise kamm ihre Lebendigkeit zurück. Sie lächelt. Sie streichelt sich die Haare hoch, die Haarklammer fehlt noch.  Igor spielt mit der Haarklamer, öffnet und schliesst sie wie ein sprechender Mund. Sie nahm ihn die Klammer aus der Hand und er hörte auf zu sprechen.

Es wird regnen. Blattwerk raschelt. Vogel kreisen tiefer. Igor beginnt über privates zu sprechen, über sein Haus das er renovieren sollte, der Putz bröckelt, die Fensterläden schliessen nicht. Die Gatin lief fort mit einen anderen, nur die Haushälterin kommt regelmässig, bleicht und stärkt die Spitzengardinen.  Ein Bedürfniss seiner Gatin, eine Geflogenheit das er behielt. Nun hatte er das Schlafzimmer neu tapezieren lassen. Alles ökologisches Baumaterial. Während die Handwerker renovierten, schleichte sich ein Waschmittel Händler im Haus und drückte ihn eine  Probe Waschmittel in die Hand.

Igor trug eine rosa Kravate. Die Kravate malte seine Töchter Mili. Sie absolvierte einen Seidenmalereikurs an der Volkshochschule.

Die Kravate die er trug tauchte sie in einen Rosa wie Erdbeereis ein.

Gegenüber in die Kornblume ist ein Lebensmitteladen mit biologisch angebauten Obst, Gemüse, Getreide und Sonstiges. In der erste Etage wo sich eine Küche befindet wird für jeden Mittag der Woche gekocht. Vor dem Laden auf dem Fußweg  ist ein Schwalbenschwarm. Sie flitzten und kreischten um ein paar Salatstreifen, andere die auf der Dachrinne hocken schauen zu. Ein Haus weiter verteidigt ein Zeuge Jehovas, die Strasse die stromlinienformig  in der Spannweite seiner Blicke verlief, sein Revier. Auf der Titelseite der Zeitschrift das er in der Hand hällt blüht das Paradies.

Ich blieb die Tage in Haus in der Wohnung  gegenüber der Starbooksscafe. Du bist da. Ich geniesse unser Zusammensein, habe das Gefühl das sich die Zeit ausdehnt. Unser Tochter Chantal ist schon in die Kita.

Als ich morgens aufwachte, wölbten sich die Gardinen unter einer Luftboje. Du bist im Bad, liegst in der Wanne, geniesst ein Zustand pränataler Geborgenheit. Wir früstücken zusammen. Du ziest dich an. Die offenen Manschetten flatern. Flatern als du winkst. Ich hörte dich die Treppe laufen, laufe zum Küchenfenster. Auf den Spinnennetz vor den Küchenfenster funkeln Wassertropfen. Ein Blumentopf ist unter Getöse von der Fensterbank  bis zum Elektroladen runtergefallen. Vor dem Schaufenster steht eine Frau in einen Samtmantel. Die Fersehbilder flimmern, fügen sich zusammen, zerfliessen in alle Richtungen.  Als du aus dem Haus kommst entreisst sie sich den Bilder und läuft weiter. Ich frage mich ob sie auf dich gewartet hat.

Tagsüber male ich. Mitzura unser Katze springt, beschnuffelt ein zerknülltes Stück Papier. Hollt es zärtlich an sich ran, hebt es in der Luft, lässt es fallen. Nun sucht sie einen ruhigen Winkel. Ich möchte die Früjahrsmüdigkeit überwinden und denke an endlos gelbe Rapsfeldler. Denke an den Anblick seines Bauches. Als er badete ging meine Konteplation tiefer,  an den Ort wo die Energie des Mannes erbaut ist. Knap unter den Wannenrand wo das Wasser Wellen schlägt, spiegelte sich eine Ausgabe eines texanischen Wüstenkaktus. Wie gepinselt nimmt das Wasser die Farbe der Pflanzen an.

Wo du Tagsüber bist frage ich nicht.

Wir trinken ein Campari auf der Terasse. Die chinesische Reispapierlampen leuchten rosa-violet wie die Sonne und die umgebenen Wolken. An der Seitenwand der Terasse blühen Hochgebirgspflanzen, in einer Sauciere eine Petunie. Spargel mit Parmesan und braunen Butter sagt er… wir können Kastanien über Feuer rösten oder Fingermalerei machen, oder wir spielen Scrable aber diesmal hart auf hart. Denke eine Speisekarte zu entwerfen. Für unser Dinner. In der Zeit durchquert ein Käfer die Terasse und schillert bunt.

ich bin ich/auf der ganzen Welt… sinngem. Virginia Satir)

Bald ist Oster.  Kokedamas.

Wir sind  zusammen. Ich bin so dankbar.

...wir sind unterwegs in einen Wald, der Wind,  die Blätter trommeln.   Ein Specht fügt sein Klopfen hinzu. Wir hören unser Schritte auf den holzigen Boden. Der Weg offnet sich in immer grössere Lichtkreise. Der Lichtkreis als Symbol  eines erleuchteten Lebens.

Ich mag die Kühle des Waldes mehr als sonst. Ich bewege mich.

Ich bin wieder im Fluß mit der Existenz, meine Intuition ist hilfreich, ich bin mit mir in reinen.

Ich bin zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort um mein Leben so gestalten zu können wie es gut für mich ist.

Ich traf heute eine liebe Person. Ich fühle mich klarer nun. Die Leichtigkeit ist zurück.

Danke!

 

 

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